Rumänien

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Autor/in: Dr. Marianne Koch (U Bukarest)


Zum besseren Verständnis der angegebenen Daten möchte ich vorausschicken, dass es in Rumänien keine Universität oder Fakultät gibt, die ausschließlich DaF-Lehrer ausbildet.

Die Ausbildung von DaF- oder DaM- Lehrern geschieht im Rahmen der Germanistiklehrstühle.

Es gibt ein Kerncurriculum, dass als Grundstock für ein Germanistikstudium gedacht ist. Parallel zum Germanistikstudium können Studenten zusätzlich ein Lehrererausbildungsmodul belegen, eine gesonderte pädagogische und methodisch-didaktische Ausbildung zum DaF-Lehrer. Abschließend erhalten sie ein zusätzliches Abschlusszeugnis, das sie zur Ausübung des Lehrerberufs befähigt

In diesem Sinne ist auch der von mir ausgewählte Vorschlag eines “Best-practice” Beispiels eher als negativ zu verstehen. So sieht der Bachelor- Lehrplan für die Germanistikabteilung der Bukarester Universität aus.

Es gibt viele allgemein-theoretische Vorlesungen aber auch Seminare zur“Sprachpraxis- Praktischer Kurs“, der sich über 6 Semester erstreckt. Darin ergänzen sich praktische Übungen zu Übersetzung, Grammatik, mündliche und schriftliche kommunikative Strategien und Texte in unterschiedlicher Stundenverteilung gegenseitig aber auch in Abstimmung mit dem parallelen Vorlesungsstrang. Der Methodik-Didaktik DaF werden eine geringe Stundenanzahl (1 Std.Vorlesung und 1 Std. Seminare) und nur 3 Credite zugeteilt und das erst im 5 Semester.

Es muss noch hinzugefügt werden, dass das „Modul zur Lehrerausbildung“ in Zusammenarbeit mit dem „Departement zur Lehrerausbildung“ durchgeführt wird, das an der Fakultät für Pädagogik und Psychologie der Bukarester Universität angesiedelt ist,. Zu dem Modul gehören Fächer wie Lernpsychologie (im 1. Studienjahr), Pädagogik und Curriculumtheorie und Computergestütztes Lernen (im 2. Studienjahr). Die Vorlesungen und Seminare dazu werden von den Lehrkräften dieser Fakultät in rumänischer Sprache für alle Fremdsprachenstudenten gehalten. Deshalb erscheinen sie auch nicht in der Stundenaufteilung des Germanistiklehrplans. Allein Methodik-Didaktik DaF (Vorlesungen und Seminare) und das pädagogische Praktikum der angehenden Lehrerstudenten sind/waren am Germanistiklehrstuhl angesiedelt. Laut Gesetz werden für das gesamte „Modul zur Lehrerausbildung“ 30 Credite zusätzlich zu der Bachelor-Germanistikausbildung (180 Credite) berechnet.

Das Angebot für eine zusätzliche Ausbildung zum Lehrer gibt es auch in den geplanten 2- jährigen Masterstudiengängen. Diesen werden zu den 60 Crediten für das Grundstudium weitere 30 Credite für die Lehrerausbildung zugewiesen.

Mit dem BA-Abschluss können/dürfen Deutschlehrer laut Gesetzt in der Grundschule (Klassen 1-4) und im Gymnasium (Klassen 5-9) unterrichten.

Mit dem MA-Abschluss können/dürfen Deutschlehrer im Lyzeum (Klasse 9-12) und im Hochschulbereich unterrichten.

Inhaltsverzeichnis

DaF-Studiengänge (DaF-bezogene Auslandsgermanistik, d. h. mit Methodik / Didaktik)

Anzahl der DaF-Studiengänge

  • 5 an den “alten” Universitäten,die schon vor 1990 eine Tradition hatten
  • 6 an Universitäten , bzw. Fremdsprachenlehrstühlen, die nach 1990 neu gegründet wurden
  • Dabei kann Deutsch sowohl als erste oder als zweite Fremdsprache angeboten werden. Es werden zwei Sprachen oder seltener eine Sprache mit einem naturwissenschaftlichen Fach kombiniert.

Studiengangstypen und Abschlüsse

Grundständiges Studium (Magister- und Diplomstudiengänge – Hauptfach, Nebenfach):

  • Germanistikstudium mit Lizenziatsprüfung und einem entsprechenden Diplom.

Zusatzqualifikation:

  • Ausbildung zum DaF-Lehrer
  • Übersetzer und Dolmetscher
  • Angewandte moderne Sprachen, u.a.

Aufbaustudium:

  • Einjährige bzw. zweijährige Magisterstudiengänge
  • Vertiefende Studien waren bis bislang nur eine fakultative höhere Qualifizierung, keine Voraussetzung für ein Doktorat.

Dauer des Studiums

Grundständiges Studium DaF (Magister- und Diplomstudiengänge – Hauptfach, Nebenfach):

  • 4 Jahre Germanistik

Zusatzqualifikation DaF:

  • Die DL-Ausbildung läuft parallel zum Germanistikstudium

Aufbaustudium DaF:

  • Einjähriger bzw. zweijährige Magisterstudiengänge

Anzahl der Studierenden

Grundständiges Studium DaF (Magister- und Diplomstudiengänge – Hauptfach, Nebenfach):

  • 3620 Germanistikstudenten landesweit

Zusatzqualifikation DaF:

  • davon absolvieren 1120 eine Deutschlehrerausbildung

Aufbaustudium DaF:

  • 80 Studenten

Studienschwerpunkte

Nennen Sie bitte die relevanten DaF-Profile (bezogen auf die Lehrinhalte bzw. Schwerpunktsetzungen und Abschlüsse) (in Auswahl):

  • Germanistik-Studenten können Deutschlehrer, Verlagslektor, Übersetzer, Bibliothekar, Archivist, Mitarbeit im Tourismus-Bereich, im Radio und Fernsehbereich, in der Werbung werden.
  • Dieses Studium ist jedoch kein DAF-Studium, so wie der Begriff allgemein verstanden wird.
  • Diese Berufe sind im Nomenklator des rumänischen Arbeitsministeriums zu finden
  • Alle Studenten erhalten jedoch das gleiche Lizenziatsdiplom, in dem das Profil nicht angegeben wird. Nur diejenigen, die parallel zum Germanistikstudium eine gesonderte pädagogische und methodisch-didaktische Ausbildung zum DaF-Lehrer gemacht haben, erhalten ein zusätzliches Abschlusszeugnis, das sie zur Ausübung des Lehrerberufs befähigt.
  • Im traditionell philologisch ausgerichteten Studium, steht die Lehrerausbildung allein als explizite spezifische Aufgabe zu.
  • Ansonsten wird vorausgesetzt, dass durch die Erziehung zum wissenschaftlichen Denken Mittel zur kreativen, selbstständigen Lösung späterer Fachprobleme geboten werden. Ein solches Studium bleibt allgemein berufsvorbereitend, nicht berufsqualifizierend.

Beschreiben Sie bitte die Kerncurricula (Kernbestandteile des Curriculums) der unter 1.5.1 genannten DaF-Profile

  • Sprachwissenschaft – Sprachstrukturen (ein sich über 8 Semester erstreckender Vorlesungsstrang (2 Wstd. und dazugehörige Seminare 1 Wstd.). Dabei werden Phonetik, Lexikologie, Morphosyntax und Textlinguistik vorwiegend theoretisch besprochen.
  • Literaturwissenschaft (ein sich über 8 Semester erstreckender Vorlesungsstrang , 2 Wstd. und dazugehörige Seminare 1 Wstd.)
  • “Sprachpraxis”- Praktischer Kurs, der sich ebenfalls über 8 Semester erstreckt. Darin ergänzen sich praktische Übungen zu Übersetzung, Grammatik, mündliche und schriftliche kommunikative Strategien und Texte in unterschiedlicher Stundenverteilung gegenseitig aber auch in Abstimmung mit dem parallelen Vorlesungsstrang.

Welchen Berufsbezug haben die unter 1.5.1 genannten DaF-Profile?

  • Deutschlehrer
  • Verlagslektor
  • Übersetzer
  • Bibliothekar
  • Archivist
  • Mitarbeiter im Tourismus-Bereich, im Radio und Fernsehbereich, in der Werbung

Gibt es spezifische Probleme (administrative, curriculare, bezügl. des Praxisbezugs, der personellen oder sonstiger Ressourcen etc.) der jeweiligen unter 1.5.1 genannten DaF-Profile?

  • Es gibt unumgehbare Hürden wie z.B. die institutionellen hierarchischen Strukturen (Ministerium, Rektorat, Dekanat) und die damit verbundene eingeschränkte Entscheidungsfreiheit auf der Ebene der einzelnen Lehrstühle.
  • Die Einbindung der Fremdsprachen/Germanistklehrstühle in Fakultäten und ihre Anhängigkeit von deren Vorgaben (identische Studienpläne für alle Fremdsprachenabteilungen, fakultätsinterne Verteilung der Studienplätze u.a)
  • Das Problem des Studiums in 2 Fremdsprachen bleibt noch offen, da alle Fremdsprachenfakultäten darauf bestehen, dass der Hochschulabschluss in zwei, nicht nur in einer Fremdsprache ist.
  • Der Standort der Lehrerausbildung für den DaM-Unterricht ist noch ungeklärt. Diese Aufgabe sollte an eine einzige Universität vergeben werden.
  • Fast alle Lehrstühle bieten Masterate im kulturwissenschatflichen Bereich an.
  • Notwendig wäre ein durchorganisierter Lehrerausbildungsstudiengang zum BA und zum MA

Forschungsschwerpunkte

Nennen Sie bitte einige der DaF-Forschungsschwerpunkte und deren Standorte!

  • Mehsprachigkeitsdidaktik
  • Aspekte des Erst-und Zweitsprachenerwerbs
  • Analyse von DaF-Lehrwerken
  • Analyse von DaF- Curricula

Diese Themen sind Forschungsschwerpunkte von Dissertationen, die im Bereich Methodik-Didaktik DaF enstanden sind, Themen von Lizenziatsarbeiten der DaF-Studenten, die eine Lehrerausbildung gemacht haben, sowie von wissenschaftlichen Arbeiten erfahrener Deutschlehrer zur Erlangung des 1. Grades (höchste staatliche Lehramtsprüfung).

BA/MA-Studiengänge in DaF (DaF-bezogene Auslandsgermanistik, d. h. mit Methodik / Didaktik des Deutschen als Fremdsprache)

Bezeichnungen der jeweiligen Studiengänge (bitte einzeln nennen)=

  • Bachelor-Studiengang
  • “Masterstudiengang zur angewandten Linguistik” (Bukarest) in der Übergangsphase zunächst einjährig. Es gibt einen für alle FS gemeinsamen Grundstock und dann die spezielle methodisch-didaktische Ausbildung nach FS differenziert. Der Unterricht im Grundstock erfolgt in englischer Sprache, weil der Lehrstuhl für Anglistik den Master organisiert, wodurch die Teilnahme von der Kenntnis des Englischen abhängig wird.
  • “Master zu europäischen Studien” – Studii culturale europene (in Sibiu/Hermannstadt)
  • “Masterstudien zur Angewandten Linguistik”- und “Europäische Sprachstudien” (in Sibiu/Hermannstadt)
  • “Masterstudiengang zur Lehrerausbildung” (Sibiu und in Timisoara)
  • “Interkulturelle rumänisch-deutsche Studien” (Cluj/Klausenburg)

Anzahl der BA/MA-DaF-Studiengänge

BA- Germanisti+DaF:

  • An 5 großen Universitäten (Temeswar/Timisoara; Cluj/Klausenburg; Iasi/Jassy; Sibiu/Hermannstadt; Bucuresti/Bukarest)
  • An 6 “neueren” Universitäten, bzw. Fremdsprachenlehrstühlen; Constanta, Basov, Craiova, Suceava, Oradea, Baia Mare

MA-DaF:

  • An 5 großen Universitäten (Temeswar/Timisoara; Cluj/Klausenburg; Iasi/Jassy; Sibiu/Hermannstadt; Bucuresti/Bukarest)

Gründung: Seit wann bestehen die Studiengänge? (Bitte einzeln nennen)

  • Bukarest – 1905- Universität Bukarest, Fremdsprachenfakultät, Lehrstuhl für Germanistik
  • Jassy- Universität “A.I.Cuza”, 1900- Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur”
  • Sibiu/Hermannstadt- seit 1969, wurde dann 1987 geschlossen und 1990 wieder eingerichtet, Universität “Lucian Blaga”, Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur”
  • Cluj – 1919 Universität “Babes Bolya“-Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur”
  • Temeswar- seit 1956- West Universität- “Lehrstuhl für Germanistik”
  • Constanta, Brasov, Craiova, Suceava, Oradea, Baia Mare wurden nach 1990 bzw. 1995 gegründet.

Zulassungsvoraussetzungen für das Studium

Fachlich:

  • Die meisten Fakultäten im Land haben auf eine schriftliche Aufnahmeprüfung zum Germanistikstudium verzichtet, dafür aber andere Kriterien formaler Art (Abiturabschluss) statuiert. Die in Bukarest noch stattfindende Aufnahmeprüfung wird das Sprachkönnen auf der A2-Stufe als Voraussetzung ansetzen. Bei Deutsch als zweitem Studienfach gibt es jedoch auch Nullanfänger.

Sprachlich:

  • Eine zweite genauere Einstufung erfolgt dann unter den zugelassenen Studenten. Angestrebt wird am Ende des BA das Niveau B2 , ggf. C1.
  • Laut höheren Verordnungen müssen die Masteranden aller Fakultäten, egal ob philologisch oder nicht Englisch, Französisch, oder Deutsch auf C1 nachweisen können. Das gilt mit Nachdruck für die Fremdsprachenmasterate.

Dauer des Studiums

BA-DaF:

  • 3 Jahre

MA-DaF:

  • 2 Jahre

Anzahl der Studierenden

BA- Germanistik+DaF

  • ca. 320 Studenten im 1. BA-Studienjahr
  • Das Erziehungsministerium verteilt die vom Haushalt bezahlten Studienplätze auf die Hochschulinstitutionen für Lizenziat, Masterat und Doktorat. (Ministerialerlass 3295/21.2.2005). Die weitere Verteilung erfolgt innerhalb der universitären Autonomie aufgrund von Senatsbeschlüssen nach Studienbereichen und Fakultäten. Die Anzahl der Studienplätze ist gesetzlich festgelegt.
  • Die Germanistiklehrstühle haben im Durchschnitt zwischen 20 und 40 Plätzen für das Hauptfach im I.BA-Jahr erhalten. Bei den Fakultäten liegt auch die Entscheidung, ob die Germanistiken Deutsch als A-Fach und/oder als B-Fach anbieten und in welcher Sprachenkombination. Die Kombination mit nichtphilologischen Berufen ist nicht vorgesehen.

MA-DaF:

  • 80 Studenten

Studienschwerpunkte

Nennen Sie bitte die relevanten BA/MA-DaF-Profile (bezogen auf die Lehrinhalte bzw. Schwerpunktsetzungen und Abschlüsse) (in Auswahl):

  • Deutschlehrer
  • Verlagslektor
  • Übersetzer
  • Bibliothekar
  • Archivist
  • Mitarbeiter im Tourismus-, im Radio und Fersehbereich, in der Werbung

Es ist Sache der Fakultäten und Lehrstühle, ob außer der Ausbildung zum DaF-Lehrer weitere und welche Angebote gemacht werden, z. B. Übersetzer und Dolmetscher, für Angewandte moderne Fremdsprachen, wobei für diese Studiengänge das Lehrerausbildungsmodul ausgeschlossen ist.

Es sollte auf die Möglichkeit hingewiesen werden, in der Berücksichtigung und Festlegung von Berufsprofilen von regionalen Einzugsgebieten auszugehen. Z.B ist in Kronstadt/Brasov die Nachfrage bei Germanistikstudenten im Industriebereich größer, in Temeswar und Umgebung für Industrie und Kultur aber auch Lehrerausbildung. In Hermannstadt hat der Kulturbereich und die Deutschlehrerausbildung Vorrang, in Konstanza die Tourismusbranche. Bukarest bildet Deutschlehrer aus, aber auch Absolventen für den Industrie- und Kulturbereich.

Beschreiben Sie bitte die Kerncurricula (Kernbestandteile des Curriculums) der unter 2.7.1 genannten BA/MA-DaF-Profile:

Curricula für BA

  • Literaturgeschichte
  • Sprachwissenschaft-Sprachstrukturen
  • Kultur- und Zivilisationsgeschichte –Landeskunde
  • Einführung in die Philologie und ihre Forschungsmethoden
  • Sprachgeschichte
  • Allgemeine Linguistik
  • Literaturtheorie und Forschungsmethoden
  • Texttheorie und –Praxis
  • Vergleichende Sprachwissenschaft
  • Sprachpraxis-Praktischer Kurs
  • Methodik-Didaktik des DaF-Unterrichts für Deutsch als erste und zweite Fremdsprache
Welche sind die Pflichtmodule?
BA-DaF:
  • Literaturgeschichte
  • Sprachwissenschaft-Sprachstrukturen
  • Kultur- und Zivilisationsgeschichte –Landeskunde
  • Einführung in die Philologie und ihre Forschungsmethoden
  • Sprachgeschichte
  • Allgemeine Linguistik
  • Literaturtheorie und Forschungsmethoden
  • Texttheorie und –Praxis
  • Vergleichende Sprachwissenschaft
  • Sprachpraxis-Praktischer Kurs
MA-DaF:
  • Für ein zweijähriges Bologna-Masterstudium gibt es noch keine fertig ausgearbeiteten Curricula
Welche sind die Wahlpflichtmodule?
BA-DaF:
  • Fachsprachen
  • Gesprächsanalyse
  • Textsorten
  • Methodik-Didaktik DaF für Deutsch als erste und zweite Fremdsprache

Die Wahlfächer dienen der Berufsorientierung. Dafür sind jeweils 2 Wstd. (Vorlesung) im ersten und zweiten Semester des 3. Studienjahres vorgesehen.

MA-DaF:
Welche fachspezifischen und berufsbezogenen Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es im Optionalbereich?
BA-DaF:
MA-DaF:
  • Diese Fächer sind nicht festgelegt, sie werden im 3. BA-Jahr, 2 Wstd. pro Semester angeboten.

Welchen Berufsbezug haben die unter 2.7.1 genannten DaF-Profile?

  • Nach dem BA- Deutschlehrer für die Grundschule (Klassen 1-4) und für das Gymnasium (Klassen 5-9)
  • Nach dem MA- Deutschlehrer für das Lyzeum (Klasse 9-12) und den Hochschulbereich

Gibt es spezifische Probleme (administrative, curriculare, bezügl. des Praxisbezugs, der personellen oder sonstiger Ressourcen etc.) der jeweiligen unter 2.7.1 genannten DaF-Profile?

  • Problematisch ist das schwache Sprachniveau der (Null) Anfänger, vor allem in den beiden ersten Semestern. An manchen Fakultäten (Jassy) werden die Vorlesungen zur deutschen Sprache und Literatur in rumänischer Sprache gehalten, an anderen hingegen wird auch bei Anfängern versucht, die Veranstaltungen zur “Einführung in die Literaturwissenschaft und Linguistik” in Deutsch zu halten, um sie zur Verbesserung der Sprachkenntnisse zu nutzen.
  • Welches sollte das richtige Verhältnis zwischen Theorie und Praxis sein?
  • An den Germanistiklehrstühlen im Land besteht Sorge um die Möglichkeit, nach 3 Jahren Bachelor arbeitsmarktreife Absolventen zu haben.

Praktikum

Ist ein Praktikum in den BA/MA-DaF-Studiengängen obligatorisch: ja oder nein? (Falls möglich, einzeln nach BA und MA aufschlüsseln)

  • Praktikum ist verpflichtend und gesetzlich geregelt. Es besteht aus einer Hospitationsphase und eigenen Unterrichtsversuchen. Vom Umgang her umfasst das Praktikum 4 Stunden wöchentlich im 5. bzw. 6. Semester, insgesamt 56 Stunden. Diese teilen sich wie folgt auf: 20 Stunden Hospitationen, 1-3 Übungsstunden, 1 Vorfinalstunde, 1 Finalstunde, 10-12 Stunden Vorbereitung auf die eigenen Unterrichtsversuche sowie Nachbereitung der hospitierten und selbst durchgeführten Stunden, 3-5 Stunden Probekorrigieren, 14 Stunden Ausarbeitung der Unterrichtsversuche, Erarbeitung des Praktikumsberichts und Führen der fachdidaktischen Akte.

Falls ja: An welchen Einrichtungen? Im Inland und/oder Ausland? In welchem Umfang?

  • An ausgewählten Praktikumsschulen im Land (meist in der betreffenden Universitätsstadt)
  • Es gibt durch verschiedene europäische Programme, durch Sokrates und Erasmus die Möglichkeit des Austausches von Studenten. Von rumänischer Seite können die Programme leider nur begrenzt wahrgenommen werden, da eine große Differenz zwischen Stipendium und realem Geldbedarf der Studenten in Deutschland besteht.

Gibt es Lehrformen, die sich von denen der „alten“DaF-Studiengänge unterscheiden? Wenn ja, welche?

  • keine

Studentischer Arbeitsaufwand (nach ECTS)

Präsenzstudium:

  • Laut Gesetz 288/24.06.2004 zur Regelung des Universitätsstudiums werden dem 3. jährigen Bachelor-Studiengang insgesamt 180 Credite zugeteilt. Diese werden für Vorlesungen und andere Lehr- und Lernaktivitäten vergeben. (siehe auch Best-Practice-Beispiel).
  • Im Bachler-Studium sind 26 Wochenstunden, von denen 4 für allgemeinbildende, z.T. in rumänischer Sprache für mehrere Abteilungen gehaltene Vorlesungen und 10 für das Nebenfach vorgesehen sind. Die 30 Credite pro Semester gehen 17 an das Hauptfach und 13 an das Nebenfach. Für die Vorlesung in den Hauptfächern werden 4-5 Credite vergeben und nur 1-3 Credite an das gesamte Modul “Sprachpraxis” für das auch keine Prüfung sondern nur “durchgehende Kontrolle”, also ein nichtfestgelegtes Test- und Evaluierungsverfahren vorgesehen ist.
  • Das Modul zur “Lehrerausbildung” läuft parallel zum Germanistikstudium und ihm werden zusätzliche 30 Credite für 3 Jahre zugeteilt.
  • Dem 2-jährigen Masterstudiengang werden 60 Credite zugeteilt. Dazu kommen noch 30 zusätzliche Credite für die Lehrerausbildung.

Selbststudium:

  • Es gibt keine genauen Bestimmungen über die Creditzuteilung für Selbststudium.

Beschreiben Sie bitte die Art der Modul-Prüfungsleistung: Welche Leistungsnachweise müssen wann und wie erworben werden?

Das Modul zur Lehrerausbildung besteht aus mehreren Fächern:

  • 2. Sem.: Psychologie (2 Wstd. Kurs und 2 Wstd. Seminar) = 56 Std. = 5 Credite
  • 3. Sem. : Pädagogik und Curriculumtheorie; (2 Wstd. Kurs +1 Wstd. Seminar) =42 Std. = 4 Credite
  • 4. Sem.: Pädagogik – Lerntheorien und Leistungsmessung = 4 Credite
  • 5. Sem. Methodik-Didaktik DaF und der zweiten Fremdsprache (2 Wstd. Kurs+1 Seminar.= 4 Credite (+ 4 Credite für die 2. FS)
  • 6. Sem. Pädagogisches Praktikum = 8 Credite und
  • Die Rolle des Computers im FSU (1Wstd. Kurs+2Wstd.Sem)= 3,5 Credite

Gesamt: 30 Credite für das Lehrerausbildungsmodul

Beschreiben Sie bitte die Lern- und Qualifikationsziele: die zu erwerbenden Kompetenzen und Berufsziele der BA/MA-DaF-Studiengänge:

a) allgemeine Kompetenzen:

  • Analytische Kompetenz
  • Kritischer Umgang mit Texten
  • Texsortenkompetenz
  • Fähigkeit zu erklären und zu interpretieren
  • Beherrschung eines wissenschaftlichen Instrumentariums

b) fachliche Kompetenzen:

  • sprachliche Kompetenz
  • landeskundliche Kompetenz
  • Überblick über Literatur- und Sprachgeschichte
  • Kompetenz zur Textproduktion

Gibt es nennenswerte Besonderheiten der BA/MA-DaF-Studiengänge?

  • Da Masterstudiengänge nach dem Prinzip Bologna erst ab 2008 in Frage kommen, gibt es im Augenblick in der rumänischen Germanistik nur Vorschläge für die ein- bis zweijährigen “Übergangsvarianten”. Die Erfahrung, die die einzelnen Lehrstühle mit diesen Formen sammeln, werden der Ausgangspunkt für die zweijährigen “Bologna- Masterate” sein.

„Best-Practice“-Beispiel