Iran

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Deutsche Sprache in Iran

(Erstellt von Mostafa Maleki, im Dez. 2016, aus dem laufenden Dissertationsprojekt "Zur Motivation von DaF-Lernenden im Iran" an der Universität Teheran)

Das Interesse für die deutsche Sprache im Iran ist sehr groß. Aufgrund der seit Jahrzehnten bestehenden Kontakte zwischen Deutschen und Iranern besitzt die deutsche Sprache eine historische und bildungsrelevante Bedeutung im Iran. Deutsch wird – hauptsächtlich erst nach der Schule – in fünf Universitäten im Iran mit unterschiedlichen Schwerpunkten als Studiengang angeboten, und zwar in Bachelor-, Master-, und PhD-Programmen. Es gibt weitere Angebote an iranischen Universitäten, die noch im Aufbau begriffen sind. Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die Lage der Vermittlung und Pflege der deutschen Sprache und Literatur an iranischen Hochschulen:


Deutsch innerhalb der universitären Ausbildung in Iran

Universität Teheran (UT)


Lisans-Programm (Bachelor) in "Deutsche Sprache mit dem Schwerpunkt Übersetzungswissenschaft:" Ca. 30 Studienanfänger pro Jahr, Aufnahme via nationale Aufnahmeprüfung, Zahl der Studierende: Ca. 110.

Karshenasi-Arshad (Masterprogramm) in "Deutsche Sprache mit dem Schwerpunkt Übersetzungswissenschaft": Ca. 8 Studierende werden pro Jahr aufgenommen durch die nationale Aufnahmeprüfung (Konkur), Zahl der Master-Studenten im Moment: Ca. 35

Promotionsstudiengang, Didaktik der deutschen Sprache, DaF: aufgebaut wurde der Promotionsstudiengang im 2005/6 gemeinsam mit dem Germanistik-Institut der Universität Potsdam, gefördert vom DAAD-Programm "Germanistische Institutspartnerschaft" (GIP), Zahl der Doktorandinnen und Doktoranden: Ca. 25


Universität Shahid Beheshti (SBU) in Teheran


Lisans-Programm (Bachelor) in "Deutsche Sprache und Literatur": Ca. 20-25 Studienanfänger im Jahr durch die national Aufnahmeprüfung. Zahl der Studierende: Ca. 100.

Karshaenasi-Arshad (Masterprogramm, Lehrerausbildung) in "Didaktik der deutschen Sprache": Ca. 12 Studierende werden pro Jahr aufgenommen, das Programm dauert zwei Jahre. Gesamtzahl der MA-Studierende: Ca. 35.


Universität Isfahan


Lisans-Programm (Bachelor) in "Deutsche Sprache mit dem Schwerpunkt Übersetzungswissenschaft": Ca. 20 Studienanfänger pro Jahr durch die nationale Aufnahmeprüfung, Zahl der Studierende: Ca. 70

Karshenasi-Arshad (Masterprogramm) mit dem Schwerpunkt "Deutsche Sprache für Tourismus": Der Studiengang befindet sich noch in erster Phase seines Aufbaues.


Islamische Azad Universität in Teheran (Central Branch)


Lisans-Programm (Bachelor) in "Deutsche Sprache mit dem Schwerpunkt Übersetzungswissenschaft": Ca. 40 Studenten werden pro Jahr aufgenommen. Die Aufnahme erfolgt über die Aufnahmeprüfung (Konkur). Gesamtzahl der Studierende: Ca. 250.

Lisans-Programm (Bachelor) in "Deutsche Literatur:" Ca. 25 Studienanfänger pro Jahr. Zahl der Studierende: Ca. 200.

Karshenasi-Arshad (Master) in "Didaktik der deuschen Sprache": Ca. 15 Studienanfänger pro Jahr. Zahl der Studierende: ca. 80.

PhD-Programm in "Didaktik der deutschen Sprache": wird im Moment nicht mehr angeboten.


Islamische Azad-Universität Teheran (Science and Research Branch)


Karshenasi-Arshad (Master-Programm) in "Deutsche Sprache und Literatur": wird nicht mehr angeboten.

Karshenasi-Arshad (Master-Programm) in "Didaktik der deutschen Sprache":: wird nicht mehr angeboten.


Universität Allameh Tabatabaie Universität (ATU) in Teheran


Karshenasi-Arshad (Master-Programm) in "Deutsche Sprache mit dem Schwerpunkt Übersetzungswissenschaft:" Der Stuiengang wurde neu aufgebaut. Die ersten Studenten werden im 2017 aufgenommen. Die Aufnahme erfolgt über die iranische Aufnahmeprüfung (Konkur)


Universität Arak


Deutsch als zweite Fremdsprache: Deutsch wird als zweite Fremdsprache für Englisch-Studierende angeboten. Die Englisch-Studierende können unter anderem zwei Semester Deutsch lernen.


Universität Shiraz


Deutsch als zweite Fremdsprache: Deutsch wird als zweite Fremdsprache für Englisch-Studierende angeboten.


Ferdowsi-Universität (FUM) in Mashhad


Deutsch mit dem Schwerpunkt Beruf und Tourismus: im Aufbau.



Deutsch außerhalb der Universität

Ein großes Interesse an der deutschen Sprache wird auch außerhalb der universitären Ausbildung deutlich. Außerhalb des Universitätsbereiches wird die deutsche Sprache an zahlreichen Sprachinstituten vermittelt. Das Deutsche Sprachinstitut Teheran (DSIT) zählt mit ca. 9000 Einschreibungen im Jahr 2014 und langen Wartelisten zu den größten Sprachkursbetrieben des Goethe-Instituts weltweit. Unter den Kursteilnehmenden sind stark diejenigen Studierenden vertreten, die einen (weiterführenden) Studiengang in Deutschland anstreben. Die Tabelle 4 präsentiert das Deutschangebot in außeruniversitäten Lernkontexten wie dem Österreichischen Kulturforum in Teheran2 (ÖKF), DSIT und weiteren privaten und staatlichen Sprachinstituten oder -schulen. Im Folgenden sehen Sie einen Überblick über den Stand der deutschen Sprache im iranischen Lernkontext. Was die Anzahl der Lernenden angeht, lernt der größte Teil der Interessierten für die deutsche Sprache außerhalb der akademischen und schulischen Bereiche an vielen Sprachinstituten, vor allem am DSIT und ÖKF.


Deutsches Sprachinstitut Teheran (DSIT): Im Moment sind mehr als 1200 Deutschlernende in verschiedenen Niveaustufen im DSIT eingeschrieben. Webseite: www.dsit.org

Österreichisches Kulturforum (ÖKF): Etwa 1000 Deutschlernende lernen im ÖKF zur Zeit deutsche Sprache. Deutsch-Ausbildung und Fortbildung von iranischen Deutschlehrern gehört zu dem Ziel der Deutschangebote im ÖKF. Die Webseite: https://www.bmeia.gv.at/kf-teheran/

Zahlreiche Sprachinstitute: Diverse Sprachinstitute, darunter mit dem Schwerpunkt Deutcsh, bietet vor allem in iranischen Großstädten wie Teheran, Mashhad, Shiraz, Isfahan und Tabriz Deutschkurse an. Eine Anzahl ist nicht bekannt.

PASCH-Schulen: Es gibt in Teheran 6 (Privat)Schulen, die Deutschkurse im Rahmen des Programms "PASCH-Schulen" in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sprachinstitut Teheran (DSIT) anbieten. Lehreraus- und fortbildung, Qualitätssicherung werden vom DSIT angeboten. Die Abiturienten haben auch die Möglichkeit, sich für ein DAAD-Stipendium zum Studium in Deutschland nach der Schule zu bewerben. Ein Kulturprogramm wird auch für die Schüler vom DSIT angeboten.

Bildungskooperation Deutsch (BKD): Zwei private Schulen in Teheran bieten Deutschunterricht. Das Angebot wird vom DSIT im Rahmen des BKD-Programms unterstützt. Das DSIT bildet die Lehrer aus und sorgt für die Qualität des Deutschunterrichts. Außerdem werden Lehrbücher für die Bibliotheken der Schulen vom DSIT zur Verfügung gestellt.


Auch wenn außerhalb der Universität eine ansteigende Anzahl der Deutschlernenden vor allem im DSIT zu verzeichnen ist, ist im Universitätsbereich ein allmählicher Rückgang der Lernerzahlen festzustellen. Der Rückgang kann unterschiedliche Gründe haben. Als einer der wichtigsten Gründe ist der demographische Wandel im Iran zu nennen. Zudem sind die Angebote an den Hochschulen häufig wenig innovative und somit nicht ausreichend an die Zielgruppe angepasst. Quantitativ gibt es zwar weiterhin einen Rückgang der Einschreibzahlen, allerdings kann eine Steigerung der Qualität in der Lehre beobachtet werden. Integriertes Fach- und Sprachenlernen im Sinne einer Konzentration auf bestimmte inhaltliche Bereiche im Deutschunterricht wie die Arbeit mit Kunst oder Medien usw. ist eine weitere Initiative, die man zur Förderung und Beibehaltung der Deutschangebote an iranischen Hochschulen ergreifen kann.


  • Sennema, Anke/Maleki, Mostafa: DaF-Doktorandinnen und Doktoranden in Iran: Der gemeinsame Promotionsstudiengang »Deutsch als Fremdsprache« der Universitäten Teheran und Potsdam. In: Info DaF Nr. 5 Oktober 2014, S. 556-570. [1]
  • Khalatbari, Mahrang: Deutsche Institutionen zur Verbreitung der deutschen Sprache im Iran. In: IDV-Magazin. Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband. Sonderheft: Deutsch in Südasien. Nr. 87 Juni 2015, S. 17-20. [2]
  • Maleki, Mostafa: L2-Motivation und „Possible Selves”. Ein vergleichender Blick in die Motivationsprofile von iranischen Deutsch- und Englischlernenden. In: FluL, Bd. 45, Nr. 2 (2016): L2-Motivation – internationale und sprachspezifische Perspektiven. [3]