Einladung und Call for Papers zur 37. Jahrestagung des Fachverbands Deutsch als Fremdsprache 13. – 15. Mai 2010 an der Pädagogischen Hochschule Freiburg/BreisgauDer Vorstand des FaDaF lädt alle Interessierten ganz herzlich zur Jahrestagung 2010 ein, die unter dem Motto "Grenzen überwinden mit Deutsch" dieses Mal von der PH Freiburg ausgerichtet wird.
Als Themenschwerpunkte sind vorgesehen: TSP 1 Mehrsprachigkeit in Grenzregionen TSP 2 Kompetenzen beschreiben, fördern, evaluieren TSP 3 Motivation: Forschungsgegenstand und Unterrichtspraxis TSP 4 Wirkung von Unterricht auf das Lernen von Sprachen: Forschungskonzepte und -ergebnisse Forum A Unterrichtspraxis Forum B Qualifikation & Beruf
DaF-/DaZ-Nachwuchstagung am Vorabend der JahrestagungAm Vorabend der Jahrestagung, also am Mittwoch, dem 12. Mai 2010, findet von 12 bis 18 Uhr eine gesonderte Tagung für den wissenschaftlichen DaFDaZ-Nachwuchs statt. Teilnehmer können sich über diese Seite für die Freiburger Tagung anmelden. Infos zum Tagungsort und dem Veranstalter gibt es hier.Call for Papers für die FaDaF JahrestagungInteressierte ReferentInnen werden gebeten, ihre Vorschläge für einen Beitrag bis zum 15.03.2010 mit einem Abstract (max. 2000 Zeichen inkl. Leerzeichen) über das Anmeldeformular auf der Tagungs-Homepage einzureichen: http://www.fadaf.de/de/anmeldung/vortragsvorschlag.php
ACHTUNG: Vorschläge und Abstracts, die per Mail oder per Post direkt an die SektionsleiterInnen gehen, werden nicht berücksichtigt! TSP 1: Mehrsprachigkeit in GrenzregionenDas Thema „Mehrsprachigkeit in Grenzregionen“ umfasst die Beschäftigung mit (mindestens) zwei Sprachen, also nicht etwa ausschließlich mit Deutsch (als Fremdsprache). Denn sich für eine Sprache zu engagieren muss auch bedeuten, sich für die andere Nachbarsprache zu engagieren und sie gleichrangig in die Betrachtungen einzubeziehen (soziolinguistisch, linguistisch, sprachenpolitisch, historisch usw.). Um den bestmöglichen Synergieeffekt zu erzielen, liegt es daher nahe, Experten aller „beteiligten“ Nachbarsprachen in die Sektionsarbeit einzubeziehen. Auf der FaDaF-Tagung wären dies primär die Sprachen der Nachbarländer der deutschsprachigen Länder. Für die Arbeit in diesem Themenschwerpunkt können u.a. folgende Themen von Interesse sein:
- Gemeinsame Ausbildungsmodule für DaF und eine Nachbarsprache als Fremdsprache (z.B. Französisch als Fremdsprache)
- Wissenschaftliche Auswertung von Sprachsituationen in Grenzregionen (soziale Ungleichheiten, historische Belastungen, politische und wirtschaftliche Orientierungen, zentripetale/-fugale Strukturen usw.)
- Grenzen als Chancen für Mehrsprachigkeit. Erlernung der Nachbarsprachen. Stärkung der Nachbarsprachen durch Einbeziehung von Elternschaften, Lehrer- und Hochschullehrerfachverbänden und Universitätsverwaltungen.
- Institutionalisierung eines grenzüberschreitenden
- linguistisch-pädagogischen Diskurses über Lernkulturen.
- Informationen über für Sprachlehrer in Grenzregionen nützliche Institutionen und Fördermöglichkeiten (EU, DAAD, ZfA, Hochschulkooperationen usw.).
- Zweisprachige/bikulturelle Erfassung der eigenen oder besser noch der jeweils anderen Region.
- Zweisprachige Studiengänge
Verantwortlich für diesen Themenschwerpunkt sind: Prof. Dr. Peter Colliander, München/Kopenhagen (colliander@fadaf.de) Prof. Dr. Albert Raasch, Molfsee b. Kiel (ARMolfsee@aol.com) Prof. Dr. Thorsten Roelcke, Freiburg (thorsten.roelcke@ph-freiburg.de) Katja Schnitzer, Freiburg ( katja.schnitzer@ph-freiburg.de)TSP 2: Kompetenzen beschreiben, evaluieren, fördern Kompetenzorientierung im Unterricht für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF-/DaZ-Unterricht) erfordert von den Lehrenden eine verstärkte Beschäftigung mit dem Output, den ihr Unterrichtshandeln hervorbringt bzw. hervorbringen soll. Die Bewertung des Erfolgs von Unterricht erfolgt dabei auf der Basis nachweisbarer Fortschritte, die Lernenden bei der Bewältigung von Situationen sprachlich-interkulturellen Handelns und bei der Selbststeuerung und Selbstevaluation der eigenen Lernprozesse machen. Zentrale Rahmenvorgaben für die Beschreibung und die Beurteilung von sprachlicher Kompetenz liefert der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen (GER). Der GER will helfen, bereits Erreichtes zu beschreiben und Förderbedarfe zu identifizieren. Indem er von positiven Kann-Beschreibungen ausgeht, wiegt die Orientierung am kommunikativen Erfolg stärker als die Betonung formaler sprachlicher Richtigkeit. Dies erfordert in der Planung und Gestaltung von Unterricht wie auch bei der Konzeption und Bewertung von Lernfortschrittstests eine Abkehr von einer Fixierung auf Morphologie und Syntax, wie sie häufig immer noch das Denken und Handeln von Unterrichtenden prägt. Kompetenzorientierung des DaF-/DaZ-Unterrichts ist in diesem im Sinne eng verbunden mit Individualisierung, Prozessorientierung, Aufgaben- und Handlungsorientierung. Für den TSP sind u. a. folgende Fragen von zentraler Bedeutung:
- Welche Kompetenzbereiche sind für welche Adressatengruppen von DaF-/DaZ-Unterricht zentral und wie schlägt sich das in entsprechenden Unterrichtskonzepten, Lehr-/Lernmaterialien und Testformaten nieder?
- Gibt es Kompetenzbereiche, die in der fachlichen Diskussion bislang noch nicht genügend Aufmerksamkeit bekommen haben? Wie können sie gefördert, wie evaluiert werden?
- Sind die Vorgaben des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für alle Praxisfelder des Faches angemessen? Wo zeigen sich ggf. Probleme bei der Anwendung?
- Was für Konsequenzen sind aus der Kompetenzorientierung für die Ausbildung und Fortbildung von Lehrkräften zu ziehen?
Verantwortlich für diesen Themenschwerpunkt sind: Dr. Susanne Duxa, Marburg (duxa@fadaf.de) Prof. Dr. Udo Ohm, Bielefeld (ohm@fadaf.de) Yvonne Decker, Freiburg (yvonne.decker@ph-freiburg.de) Katja Schnitzer, Freiburg (katja.schnitzer@ph-freiburg.de)
TSP 3: Motivation: Forschungsgegenstand und UnterrichtspraxisMotivation ist ein entscheidender Faktor beim Fremdsprachenlernen. Das zugegeben schwer definierbare Konstrukt Motivation wird inzwischen vor allem mit Hinblick auf seine Variabilität und Instabilität erforscht, u.a. in Bezug auf folgende Aspekte: Welche Rolle spielt Motivation für das erfolgreiche Fremdsprachenlernen? Wie verändert sich Motivation im Verlauf einer Sprachlernbiographie? Welche Faktoren können die Lernmotivation beeinflussen (z.B. Alter, Zielsprache, Kontext, Sprachniveau, Gruppendynamik)? Wie können Lernende ihre Motivation selbst regulieren? Und kann Fremdsprachenlernmotivation überhaupt durch externe Faktoren wie der Unterricht oder die Lehrkraft beeinflusst werden? Da Lernmotivation einen starken Einfluss auf das Lehren und Lernen von Fremdsprachen im Unterricht ausüben kann, werden die unterschiedlichen Facetten des Begriffes Motivation im Themenschwerpunkt eine Rolle spielen. Es sind Beiträge aus der Forschung und aus der forschenden Unterrichtspraxis (z.B. Aktionsforschungsberichte) willkommen, die mit Fragestellungen zu Entwicklung, Rolle, Auswirkung und Beeinflussbarkeit von Motivation für das Fremdsprachenlernen arbeiten.
Verantwortlich für diesen Themenschwerpunkt sind: Dr. Silvia Demmig, Jena (demmig@fadaf.de) Prof. Dr. Nicole Marx, Paderborn (nmarx@mail.uni-paderborn.de) Prof. Dr. Petra Gretsch, Freiburg (petra.gretsch@ph-freiburg.de)TSP 4: Wirkung von Unterricht auf das Lernen von Sprachen: Forschungskonzepte und -ergebnisseWelche Wirkung hat der Fremd- und Zweitsprachenunterricht auf das Erlernen einer Zweit- und Fremdsprache? Welche Sprachlernprozesse finden tatsächlich in unterrichtlichen Sprachlernkontexten statt und warum? Welche unterrichtlichen Maßnahmen und Medien haben sprachlernförderliche oder hemmende Auswirkungen? Solche für die Praxis äußerst bedeutsamen Fragen versucht die empirische Wirkungsforschung zu beantworten. Aus empirischen Studien zu spezifisch formulierten Forschungsfragen können dann im idealen Fall konkrete Handlungsstrategien für Lehrkräfte abgeleitet werden. Trotz dieser augenscheinlichen Relevanz hat sich die empirische Wirkungsforschung im Fach DaF/DaZ, aber auch allgemein in der deutschen Fremdsprachenforschung, bisher kaum etabliert. Als Beispiel sei hier die – trotz eines boomenden Lehrwerkmarktes – mangelnde Lehrmaterialwirkungsforschung genannt. Zu diesem Mangel mag die Komplexität des Forschungsgegenstandes beitragen: Sprachlernprozesse werden von einer Vielzahl von Variablen bestimmt, deren Kontrolle ein aufwändiges Forschungsdesign voraussetzt. Ein weiterer Grund könnte sein, dass die Ergebnisse einer solchen Forschung möglicherweise bestehende Praktiken in Frage stellen, zu Verunsicherung führen und unerwünschte Implikationen haben. Dabei bleibt aber stets zu hinterfragen, inwieweit Ergebnisse empirischer Forschung überhaupt direkt in die didaktische Praxis übertragen werden können. In diesem Themenschwerpunkt sollen empirische Studien aus der Wirkungsforschung vorgestellt werden. Ebenso sind konzeptionelle Beiträge zur Wirkungsforschung als Forschungsrichtung und zu ihrer Rückwirkung auf die Unterrichtspraxis willkommen.
Verantwortlich für diesen Themenschwerpunkt sind: Inger Petersen, Oldenburg (petersen@fadaf.de) Prof. Dr. Claudia Riemer, Bielefeld (claudia.riemer@uni-bielefeld.de) Prof. Dr. Rudolf Denk, Freiburg (denk@ph-freiburg.de)
Forum: UnterrichtspraxisDas Forum wird auch in diesem Jahr wieder in guter Tradition eine Plattform für den Austausch aus der Praxis für die Praxis bieten. In diesem Rahmen können unabhängig vom Themenschwerpunkt der Tagung erprobte Beispiele aus der Unterrichtspraxis vorgestellt werden. In diesem Jahr sind vor allem Beiträge aus folgenden Bereichen erwünscht:
- Konzepte und Aufgabenstellungen für einen handlungsorientierten Unterricht
- Einsatz digitaler Medien und ihr didaktischer Mehrwert
- Studienbegleitende Sprachvermittlung: Modelle – Ziele – Beispiele
Verantwortlich für dieses Forum sind: Martin Lange, Kiel (lange@fadaf.de) Gabriela Leder, Berlin (leder@fadaf.de) Marcel Hinderer, Freiburg (hinderer@ph-freiburg.de)
Forum: Qualifikation und BerufDas Forum wird sich 2010 vor allem mit der Arbeitsmarktsituation von DaF-Absolventen im Inland (hier nicht zuletzt DaF/DaZ-Dozentinnen und -dozenten) und Ausland beschäftigen, d.h. einerseits mit der Situation der freiberuflichen wie angestellten Lehrkräfte in Deutschland und andererseits mit der Situation von Absolventen mit Deutschkenntnissen und speziellen DaF-Qualifikationen im Ausland. Das Programm wird zentral zusammengestellt, die Selbstbewerbung als Referent/in und Einreichung eines Abstracts über das entsprechende Internetformular ist hier nicht möglich. Vorschläge zu den Veranstaltungen dieses Forums können aber per E-Mail an folgende Betreuer geschickt werden.
Verantwortlich für dieses Forum sind: Amadeus Hempel, Hamburg (hempel@fadaf.de) Prof. Dr. Hans-Werner Huneke, Freiburg (huneke@ph-freiburg.de)
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