Fachverband für Deutsch als Fremdsprache
  Fachverband für Deutsch als FremdspracheInteressenvertretung für DaF-Lernende, DaF-Lehrende und DaF-Institutionen  

Themenschwerpunkt 2: Offenheit und Steuerung im DaF-/DaZ-Unterricht

Koordination:

Prof. Dr. Gisella Ferraresi (FaDaF, Univ. Bamberg)
Armine Poghosyan (Univ.Bamberg)

Offenheit und Steuerung von Lernprozessen sind zwei Pole, die auch den Fremdsprachen­unterricht von Anfang an bestimmt haben, aber immer wieder unterschiedlich akzentuiert werden und wurden. Seit den 90er Jahren steht dabei vor allem auch der autonome, also selbstgesteuerte Lerner im Vordergrund, während andererseits digitale Lernprogramme didaktisch wieder am „programmierten Unterricht“ früherer Zeiten anknüpfen und nur eine abgemilderte Variante der Fremdbestimmung darstellen, bei der explizite Lehrervorgaben durch die Programmvorgaben ersetzt sind, die ein selbst bestimmtes Lernen nur in sehr geringem Maße zulassen.
Hinzu kommt, dass die Steuerung fremdsprachlicher Lernprozesse die Auswahl der Lernin­halte nach didaktischen Prinzipien voraussetzt, bei denen die Planung von Lern- und Übungssituationen in festgelegten Schritten verläuft. Auf dieser Weise wird individuellen Spracherwerbsstrategien vorgegriffen, die somit ungenutzt bleiben.
Damit Kinder in der kritischen Phase eine Zweitsprache auf einem altersgemäßen zielsprachlichen Niveau erwerben, reicht offensichtlich ein ungesteuerter Input, wenn er nur genügend umfangreich und möglichst breit genug ist (vgl. Tracy 2008). In einem frühen Fremdsprachen- bzw. Zweitsprachenunterricht scheinen die Chancen eines handlungs­orientierten Unterrichts auf erfolgreichen Erwerb daher besonders groß, da dieser dem han­delnden Lerner sein eigenes Lerntempo sowie die Auswahl individuell geeigneter Lern­strategien überlässt. Mindestanforderungen an Offenen Unterricht sind dabei mit Peschel (2002) in Bezug auf Dimensionen wie organisatorische, methodische, inhaltliche, soziale und persönliche Offenheit zu formulieren. Inwieweit ist ein gänzlich offener, ungesteuerter Input – unabhängig von den Lernszenarien und vom Einsatz elektronischer Medien – aber auch bei älteren Lernern sinnvoll?
Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Frage nach dem optimalen Verhältnis von Offenheit und Steuerung, Selbst- und Fremdbestimmtheit beim Zweit- bzw. Fremdspracherwerb we­sentlich von dem Wunsch nach größtmöglicher Effektivität im Sinne allgemeiner wie sprach­curricularer Lernziele unter den Bedingungen institutionalisierten Unterrichts bestimmt wird.
In diesem TSP werden Beiträge erwartet, die sich mit diesen zentralen Fragen auseinandersetzen, etwa unter folgenden Gesichtspunkten:
  • Welche Lernprozesse kann man individualisieren?
  • Welche Rolle spielt der Faktor ‚Alter‘ für die Möglichkeiten eines offenen Unterrichts?
  • Wie kann das Lernen organisiert werden, so dass Lerner eigene Lernprozesse planen, durchführen und evaluieren können?
  • Welchen Stellenwert haben Fehlertoleranz und positive Fehlerkorrektur?
  • Wo ist Steuerung besonders sinnvoll?
  • Wie können digitale Medien einen offenen Unterricht und selbstgesteuerte Lernprozesse unterstützen?

Interessierte Referent/inn/en werden gebeten, ihre Vorschläge für einen Beitrag in Vortragsform (ca. 30-35 Minuten + 20 Minuten Diskussionszeit) mit einem Abstract von ca. 20 Zeilen Länge AUSSCHLIESSLICH über das Formular zur Einreichung von Vortragsvorschlägen einzureichen. Abstracts, die direkt an die Betreuer des Forums gehen werden NICHT berücksichtigt! Die Betreuer können aber für Rückfragen per Mail oder Telefon kontaktiert werden.

Literatur:
Peschel, F. (2002): Offener Unterricht – Idee, Realität, Perspektive und ein praxiserprobtes Konzept zur Diskus­sion. Band 1: Allgemeindidaktische Überlegungen. Band 2: Fachdidaktische Überlegungen. Schneider Verlag Hohengehren: Balltmannsweiler.
Tracy R. (2008): Wie Kinder Sprachen lernen: Und wie wir sie dabei unterstützen können. Tübingen: Francke. 2. Aufl.

Prof. Dr. Gisella Ferraresi: ferraresi@fadaf.de
Armine Poghosyan: armine.poghosyan@uni-bamberg.de

Alle, die einen Vorschlag eingereicht haben, werden nach dem 21.01.2013 von den jeweiligen TSP-Betreuern persönlich informiert, ob der Beitrag angenommen wurde.
Referentinnen und Referenten der Jahrestagung erhalten einen Tagungsrabatt von knapp 50% und zahlen nur 45 EUR statt 85 EUR Tagungsgebühr. Sie haben außerdem die Möglichkeit, ihren Vortrag im Tagungsband, der in der Reihe Materialien DaF erscheint, zu veröffentlichen, sofern er den Qualitätskriterien entspricht. Die Reise- und Unterkunftskosten müssen die Referentinnen und Referenten selber tragen.

Copyright © 2003-2008 Fachverband für Deutsch als Fremdsprache (FaDaF). Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung des FaDaF. Der FaDaF übernimmt keinerlei Verantwortung für die Inhalte externer Internetseiten. Diese Seite wurde generiert von nailware/cms v1.1. by Target-Traffic media