Koordination:
Inger Petersen (FaDaF, Hu Berlin) Prof. Dr. Albert Raasch (FaDaF-Beirat)
Language Awareness (LA) ist ein sprachdidaktisches Konzept aus dem anglophonen Raum, das seit einigen Jahren auch in Deutschland Aufmerksamkeit erfährt. Nach Luchtenberg sollen mit Language Awareness „ein höheres Interesse an und eine größere Sensibilisierung für Sprache, Sprachen, sprachliche Phänomene und den Umgang mit Sprache und Sprachen geweckt bzw. die vorhandenen metalinguistischen Fähigkeiten und Interessen vertieft“ werden (Luchtenberg 2010: 107). Die Entwicklung von Sprachbewusstheit (Language Awareness) – insbesondere auch im Kontext anderer Sprachen – ist grundlegendes Ziel des Deutschunterrichts. Damit weist das Konzept auch vielfache Überschneidungen zu dem Lernbereich „Reflexion über Sprache“ bzw. „Sprachgebrauch“ aus der Deutschdidaktik auf. Doch auch in den DaF- und DaZ-Unterricht bzw. allgemein in den Fremdsprachenunterricht für alle Altersstufen hat das Konzept Eingang gefunden, zumal letzterer ebenfalls immer im Kontext der Mehrsprachigkeit – zumindest vor dem Hintergrund der Erstsprache – stattfindet. Bezogen auf die Mehrsprachigkeit schulischer Lerngruppen beinhaltet Language Awareness zudem die Forderung, dass „sprachbezogenes Fachlernen und fachbezogenes Sprachlernen“ in den Fokus der Überlegungen treten müssen, um Schülerinnen und Schüler, die einer sprachlichen Förderung bedürfen, die Teilhabe an schulischer, beruflicher und damit gesellschaftlicher Aktivität zu ermöglichen. Die jeweiligen Didaktiken reagieren in Forschung und Lehre mit Überlegungen, wie die Lerner/innen zu mehr Sprachbewusstheit geführt werden können. Dies erfordert von Lehrkräften nicht nur eigene Language-Awareness sondern auch Problem-Awareness hinsichtlich der üblicherweise vorhandenen Sprachenvielfalt in den Klassen und der daraus resultierenden didaktischen und methodischen Gestaltung des Unterrichts. In der Sektion werden die didaktischen Aspekte von Language Awareness und sprachlicher Heterogenität folgendermaßen aufgegriffen:
- Language Awareness im Rahmen der Didaktik des Deutschen als Fremd- und Zweitsprache
- Empirische Befunde und praktische Ansätze zur Sprachförderung im Deutschunterricht unter den Bedingungen von Mehrsprachigkeit
- Möglichkeiten der Sprachförderung im Fachunterricht (z.B. in Mathematik)
Interessierte Referent/inn/en werden gebeten, ihre Vorschläge für einen Beitrag in Vortragsform (ca. 30-35 Minuten + 20 Minuten Diskussionszeit) mit einem Abstract von ca. 20 Zeilen Länge AUSSCHLIESSLICH über das Formular zur Einreichung von Vortragsvorschlägen einzureichen. Abstracts, die direkt an die Betreuer des Forums gehen werden NICHT berücksichtigt! Die Betreuer können aber für Rückfragen per Mail oder Telefon kontaktiert werden.
Literatur: Ahrenholz, Bernt (2010): Fachunterricht und Deutsch als Zweitsprache. Tübingen: Narr. Gogolin, Ingrid et al. (Hrsg.) (2011): Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund FÖRMIG. Münster: Waxmann. Luchtenberg, Sigrid (2010): Language Awareness. In: Ahrenholz, Bernt/Oomen-Welke, Ingelore (Hrsg.): Deutsch als Zweitsprache. (Deutschunterricht in Theorie und Praxis, Bd. 9). Baltmannsweiler: Schneider, S. 107-118.
Prof. Dr. Albert Raasch: ARMolfsee@aol.com Inger Petersen: petersen@fadaf.de
Alle, die einen Vorschlag eingereicht haben, werden nach dem 21.01.2013 von den jeweiligen TSP-Betreuern persönlich informiert, ob der Beitrag angenommen wurde. Referentinnen und Referenten der Jahrestagung erhalten einen Tagungsrabatt von knapp 50% und zahlen nur 45 EUR statt 85 EUR Tagungsgebühr. Sie haben außerdem die Möglichkeit, ihren Vortrag im Tagungsband, der in der Reihe Materialien DaF erscheint, zu veröffentlichen, sofern er den Qualitätskriterien entspricht. Die Reise- und Unterkunftskosten müssen die Referentinnen und Referenten selber tragen.
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