Fachverband für Deutsch als Fremdsprache
 Fachverband Deutsch als Fremd- und ZweitspracheInteressenvertretung für DaF-/DaZ-Lernende, -Lehrende und -Institutionen 

TSP 3: Lexik und ihre Vermittlung (insbesondere korpusbasiert)

Koordination:
Dr. Mattheus Wollert (FaDaF, Goethe-Universität Frankfurt): wollert(at)fadaf.de

In dem Krashen zugeschriebenen Satz „When students travel, they don’t carry grammar books, they carry dictionaries“ wird der Fremdsprachendidaktik ein Vorrang der Grammatikarbeit gegenüber der Wortschatzarbeit implizit unterstellt und vorgeworfen. Zwar müsste in Krashens Satz „carry dictionaries“ heute durch „use apps“ ersetzt werden, dennoch ist Krashens Vorwurf – berechtigt oder nicht – auch heute noch produktiv und soll in diesem Themenschwerpunkt weitergedacht werden. Internetbasierte Wortschatzarbeit ist aus dem heutigen Fremdsprachenerwerb nicht mehr wegzudenken. Benötigen wir überhaupt noch Wörterbücher? Wie sieht eine zeitgemäße Wortschatzdidaktik heute aus?

Wenn DaF-Lerner oder -Lehrende mittels Apps auf Datenbanken zugreifen, sollten sie über die enormen Chancen und Bedingungen der Korpuslinguistik wissen. Fremdsprachendidaktiker fordern bereits eine „corpus literacy“. Die korpusbasierte Sprachbeschreibung eröffnet einen völlig neuen Blick auf die traditionelle Arbeitsteilung zwischen Grammatikprogression und Wortschatzplanung sowie Grammatikunterricht und Wortschatzarbeit. Denn in den digital aufbereiteten Sprachdaten werden die physikalisch greifbaren Grenzen zwischen Wörterbuch und Grammatik(buch) in einer „Lexiko-Grammatik“ quasi aufgehoben. Wie können Konkordanzen, d.h. Kollokationen im authentischen Kontext mit Quellenangabe mittels computergestützter Korpusauswertung für die Fremdsprachendidaktik ausgewertet werden? Was kann die Fremdsprachendidaktik aus dem differenzierenden Umgang mit Korpora lernen, wenn sie den Zusammenhang zwischen Wörtern und ihrer Zugehörigkeit zu bestimmten Texten und Diskursarten berücksichtigt?

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge in diesem äußerst spannenden und innovativen Feld!

Literaturvorschläge zur Korpuslinguistik:
  • Fandrych & Tschirner (2007) Korpuslinguistik und Deutsch als Fremdsprache. Ein Perspektivenwechsel. Deutsch als Fremdsprache 44: 195-204.
  • Kallmeyer & Zifonun (Hg., 2007) Sprachkorpora - Datenmengen und Erkenntnisfortschritt, Jahrbuch des Instituts für Deutsche Sprache 2006, Berlin/New York: Walter de Gruyter
  • Lüdeling & Walter (2009) Korpuslinguistik für Deutsch als Fremdsprache. Sprachvermittlung und Spracherwerbsforschung, https://www.linguistik.hu-berlin.de/de/institut/professuren/korpuslinguistik/mitarbeiter-innen/anke/pdf/LuedelingWalterDaF.pdf
  • Zinsmeister & Lemnitzer (2015) Korpuslinguistik. Eine Einführung. Tübingen: Narr

Interessierte ReferentInnen werden gebeten bis zum 31. Dezember 2017 ihre Vorschläge für einen Beitrag in Vortragsform (insg. 60 Minuten, davon ca. 30-35 Minuten Vortrag + 25-30 Minuten Diskussionszeit) mit einem Abstract von ca. 20 Zeilen Länge ausschließlich über das Online-Formular einzureichen. Abstracts, die direkt an die BetreuerInnen des Forums gehen werden NICHT berücksichtigt! Die BetreuerInnen stehen aber natürlich gern für Rückfragen zur Verfügung.

Zu dem Online-Formular für die Einreichung von Vortragsvorschlägen gelangen Sie hier!



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